Hier finden Sie folgende Artikel:

Das Programm 2016/17

Programmüberblick

16 Jahre TQT und 10 Jahre TQT e.V. Ein Blick zurück

Die nächste Matinee am 11. Dezember 2016

Rückblick: Matinee mit Prof. Dr. Schöttler



Mitgliederversammlung wählt neuen TQT-Vorstand

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung am 26. Oktiober 2016 wählte der Verein laut Satzung einen neuen Vorstand. Namen und Aufgaben der neuen und alten Vorstandsmitglieder finden Sie unter <Über uns - Der Vorstand>. Einen Ansprechpartner aus dem Vorstand finden Sie unter <Kontakte - Ansprechpartner>.



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Das Programm 2016/17

Wir können wieder - wie gewohnt - ein Halbjahresprogramm anbieten. Es beginnt im September 2016 und endet im Februar 2017. In Planung ist noch eine Matinee im März 2017.

Und das sind die Themen im sechzehnten Jahr des TQT und im zehnten Jahr des TQT-Vereins:

Die Matineen im Oktober und November 2016 greifen Gedanken zum Lutherjahr auf.

Im September 2016 und im Januar 2017 geht es um politische Themen: Friedensbemühungen in Palästina und Gedanken zum Wahlausgang in den USA.

Die Themen im Dezember 2016 und Februar 2017 schauen auf das Einwanderungsland Deutschland und darüber hinaus: Integration (im Februar) und (In-)Toleranz monotheistischer Religionen.

Das nächste Politische Gebet wird im April 2017 stattfinden.

Wir vom TQT freuen uns, wieder ein aktuelles Programm anbieten zu können und über Ihren Besuch.




Wie in den vergangenen Jahren erhalten Sie - falls Sie sich für den TQT-Service entschieden haben - etwa eine Woche vor jeder Veranstaltung eine E-Mail mit der Ankündigung und einer Kurzinformation.



Programm 2016/17 im Überblick

Datum; Zeit: jeweils 11 Uhr Referentin / Referent Titel
18. September 2016 Daoud Nassar, Bethlehem Wir weigern uns, Feinde zu sein. - Ein Friedensprojekt in Palästina
30. Oktober 2016 Siegfried Eckert, Bonn Reformation statt Reförmchen. - Steht die evangelische Kirche vor dem Burnout?
20. November 2016 Prof. Dr. Heinz-Günther Schöttler, Regensburg Katholisch oder evangelisch: Was soll's? - 500 Jahre Trennungsgeschichte bereichern!
11. Dezember 2016 Dr. Herbert Lindenlauf, Trier Zwischen Gottesstaat und Glaubensfreiheit. - Wie (in-)tolerant sind monotheistische Religionen?
15. Januar 2017 Klaus Prömpers, Wien Amerika hat gewählt. - Was nun Europa?
12. Februar 2017 Prof. Dr. Annette Treibel, Karlsruhe Integration ins Einwanderungsland Deutschland - ein Projekt für alle


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Ein Blick zurück

16 Jahre TQT und 10 Jahre TQT e.V.

Am 20. März 2016 endete das TQT- Halbjahresprogramm 2015/16. Nun beginnt im September das neue Halbjahresprogramm 2016/17.
Der Abschluss eines Programms gib Anlass zurück zu schauen:

Im Jahr 2000 hatte der Religionslehrer und Priester Hermann Münzel die Idee, eine "Arbeitsgemeinschaft Theologisches Quartett" zu gründen. Dazu schrieb er am 17.07.2000 insgesamt 18 Menschen an mit der Bitte, in dieser Arbeitsgemeinschaft mitzuwirken. Vier der sechs heutigen Vorstandsmitglieder sind seit der ersten Stunde dabei.

Im Jahr 2000 fand die erste Matinee mit dem französischen Bischof von Partenia,
Jacques Gaillot nach dem Muster eines Quartetts statt: Nach dem Vortrag diskutieren zunächst die Referentin/der Referent und drei weitere "Fachleute" an einem Podium über das Thema. Anschließend werden die Zuhörerinnen und Zuhörer einbezogen.

Als im Jahr 2006 der Gründer Hermann Münzel starb, führten die Freunde das TQT weiter und gründeten den Verein "Theologisches Quartett Trier e.V.", der nun schon seit 10 Jahren gut besuchte Matineen anbietet.

Wegen der starken Beteiligung der Zuhörerinnen und Zuhörer an den Diskussionen wurde auf die vorangestellte Podiumsdiskussion verzichtet.

Das TQT besteht seit seiner Gründung nun 16 Jahre und als Verein schon 10 Jahre. In dieser Zeit wurden jedes Jahr sechs oder sieben Matineen organisiert, insgesamt fast 90 Matineen. Das Archiv weist alle Matineen seit 23. 09. 2001 nach, und seit November 2006 werden im Archiv auch die Vortragskurzfassungen aufbewahrt.



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Die nächste Matinee am 11.12.2016

im Palais Walderdorff

Dr. Herbert Lindenlauf, Trier:

Zwischen Gottesstaat und Glaubensfreiheit.
Wie (in-)tolerant sind monotheistische Religionen?

Herbert Lindenlauf studierte ev. Theologie, war Assistent an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal und danach über 30 Jahre als Pfarrer an Berufsschulen und in der Erwachsenenbildung tätig. Der Dialog der Konfessionen und Religionen war ein Schwerpunkt seiner beruflichen Praxis. Im Zentrum seiner wissenschaftlichen Arbeit stehen Fragen der Sozialethik, Religionspädagogik und Religionskritik.

Selbstmordattentate und die Absicht der Terrormiliz „Islamischer Staat“, mit Gewalt einen Gottesstaat zu errichten, weisen hin auf den problematischen Zusammenhang von religiösem Hintergrund und politischem Handeln.

Aus atheistischer Sicht erscheinen religiös motivierte Menschen als politisch unberechenbar, wenn nicht sogar gefährlich. Vor allem die monotheistischen Religionen – neben dem Islam also auch Juden- und Christentum – werden als intolerant verdächtigt, weil sich ihr Glaube an den einzigen Gott mit einer pluralistischen, freiheitlichen Gesellschaft nicht vereinbaren lasse. Eine Prüfung dieser Vorwürfe zeigt: Während Judentum und Christentum in ihrer Glaubensüberlieferung Elemente enthalten, die der Tendenz zum Gottesstaat Einhalt gebieten, hat der Islam solche Sicherungen noch nicht mit derselben Konsequenz ausgebildet und ist gegen die „theokratische Versuchung“ nur unzureichend geschützt. Der Vortrag geht der Frage nach, wie dieser Befund zu bewerten ist und was daraus für das christlich-islamische Verhältnis folgt.



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Katholisch oder evangelisch: Was soll's?

500 Jahre Trennungsgeschichte bereichern!

Ein Berichtet über die Matinee vom 20.November 2016 mit Prof. Dr. Heinz-Günther Schöttler aus Regendburg von Dr. Herbert Lindenlauf .


Wie schon im Oktober, stand auch die Matinee des TQT am 20. November im Zeichen der 500-Jahr-Feier der Reformation. Prof. Dr. Heinz-Günther Schöttler (Regensburg) sprach aus katholischer Sicht über das Thema „Katholisch oder evangelisch: Was soll’s? 500 Jahre Trennungsgeschichte bereichern!“



Der Referent, em. Professor für Pastoraltheologie an der Universität Regensburg, war zuvor u.a. Leiter des Theologisch-Pastoralen Instituts in Mainz, Lehrbeauftragter der Theologischen Fakultät Trier und auch Gemeindepfarrer in Farschweiler-Herl und ist daher in Trier und der Region vielen noch gut bekannt.



Prof.Dr. H.-G.-Schöttler

Dieser Umstand sowie die provozierende Formulierung des Themas sorgten für einen regen Zuspruch. So war das Auditorium mit über 70 Zuhörerinnen und Zuhörern gut besetzt. Sie wurden für ihr Kommen mit teils neuen, teils vergessenen, oft überraschenden und herausfordernden Einsichten belohnt.



Die Vielfalt des biblischen Zeugnisses hat zur Folge, dass das Christentum in verschiedenen konfessionellen „Formaten“ gelebt wird, die sich gegenseitig beeinflussen. Der Referent würdigte die gegenseitige Beeinflussung der katholischen und der reformatorischen Kirchen als „heilsame Provokation“ und benannte beispielhaft drei Aspekte, in denen die katholische Kirche heute die Möglichkeiten unterschreite, die sich aus dem Reichtum ihrer eigenen Tradition und aus dem biblischen Befund ergeben: die Bedeutung des Wortes Gottes, das Amtsverständnis und das Verhältnis der Kirche zu der Reich-Gottes-Botschaft Jesu.

So bleibe die Überordnung der eucharistischen Feier (der Messe) über die Wort-Gottes-Feier hinter der verbreiteten Auffassung der Kirchenväter von Ambrosius über Hieronymus bis Augustinus zurück, die von einer Gleichrangigkeit der Wort-Gottes-Feier und der Eucharistie ausgingen, indem sie das Wort Gottes als „Speise“ zu dem eucharistischen Leib Christi in Parallele setzten und dem Wort und der Verkündigung sakramentalen Charakter zuerkannten.

Im Blick auf das kirchliche Amt und den Verkündigungsdienst sah der Referent die katholische Kirche an einem sakramental-priesterlichen Verständnis festhalten, das in der Antike die Enkulturation des Christentum erleichterte, in der Gegenwart aber nicht mehr angemessen und dem Neuen Testament grundsätzlich fremd sei. In des Wortes ursprünglicher Bedeutung seien alle Christen „Laien“, nämlich Glieder des „Volkes“ Gottes; die Unterscheidung von Priestern und Laien sei darum fatal.

Kritisch bewertete der Referent schließlich auch die Tendenz zur Verkirchlichung des Glaubens. Jesus habe die Nachfolge nicht „an die Kirche“ gebunden (vgl. Markus 9,38-40); Kirche sei vielmehr „Zugabe“ (Matthäus 6,33) zum Reich Gottes. Die katholische Kirche müsse lernen, ihren Sinn nicht in sich selbst, sondern in ihrer Relation zu der Reich-Gottes-Botschaft Jesu zu sehen. Bei Luther und in den Kirchen der Reformation ließe sich überdies entdecken, dass und warum der Mensch als Einzelner im Glauben vorkommt und nicht durch die Kirche vertreten werden kann.

Das Christentum – so lautete das Fazit des Vortrags – ist von seiner Entstehung her plural und in seiner Identität divers. Pluralität stehe nicht in Konkurrenz zur Wahrheit, denn Wahrheit ist als je meine Wahrheit immer relational und fragmentarisch. Vereinheitlichung könne daher kein erstrebenswertes Ziel der Kirchen sein, sondern nur die gegenseitige Anerkennung in versöhnter Verschiedenheit.



Die anschließende, angeregte Frage- und Diskussionsrunde gab Gelegenheit, einige Thesen des Vortrags im Blick auf die heutige und zukünftige kirchliche Praxis und das Verhältnis der Religionen zueinander zu vertiefen. Dabei zeigte sich eine breite Zustimmung zu den Ausführungen des Referenten, was auch im starken Applaus des Auditoriums zum Ausdruck kam.



während der Diskussion

Umrahmt wurde die Veranstaltung von Klaus-Jakob Vleeming (Posaune, Gesang) und Bernhard Nink (Klavier) mit einem Spiritual, einem Luther-Choral („Ach Gott, vom Himmel sieh darein“ in der Bearbeitung von Joh. Ludwig Krebs) und dem Chanson „C’est si bon“ – womit das Fazit des Vortrags auf humorvolle musikalische Weise unterstrichen wurde. Das Publikum dankte den Musikern mit herzlichem Beifall.



Klaus-Jakob Vleeming

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