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Rückblick und Ausblick

Am 21. Oktober 2018 startete das Programm 2018/19 zu aktuellen, ethischen, religiösen und gesellschaftspolitische Themen; es endete am 17. März 2019. Wir hoffen, dass wir auch im 19ten Jahr des Bestehens Ihnen wieder interessante Themen präsentieren konnten. Das Programm mit sechs Matineen besuchten zwischen 45 und 100 Personen. Im Schnitt waren es 56 Personen je Matinee. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung von 17%.

Im Archiv können Sie alle Themen und Referenten des TQT seit 2001 erfahren; seit 2006 sind auch die Inhalte der Matineen archiviert.

Zurzeit planen wir das Programm 2019/20. Sobald es zusammengestellt ist, werden wir es an dieser Stelle veröffentlichen; Vereinsmitglieder und Besucher, die sich für den E-Mail-Service angemeldet haben, erhalten den neuen Flyer zum Programm 2019/20 per E-Mail zugeschickt.

Auch werden wir in der neuen Programmstrecke wieder zwei "Politische Gebete" anbieten. Das erste "Politische Gebet" ist für den 06.11.2019 um 19 Uhr im Caspar-Olevian-Saal geplant.

Wir würden uns freuen, Sie zu Bginn des neuen Programms am (voraussichtlich) 20.10.2019 begrüßen zu können.



Die Kriterien zur Themenwahl:

Bei der Auswahl der Themen für die Matineen haben wir uns folgende Schwerpunkte gesetzt, zu denen wir Referenten einladen:

● Kirche und Theologie
● Frieden (Initiativen / Politik)
● Gesellschaftsentwicklung
● andere Religionen, Weltanschauungen
● Naturwissenschaften
● Humanwissenschaften
● Kunst und Humor

und für alle Themen gilt:

● die Betrachtung ethischer und christlicher Grundsätze.



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Mitgliederversammlung am 11..2018 Oktober 2018

Die Satzung des TQT verlangt einmal im Jahr eine Versammlung, zu der alle Mitglieder des TQT eingeladen werden müssen; aber auch Gäste sind herzlich willkommen.

In der Versammlung legte der Vorstand Rechenschaft ab über das vergangene Jahr. Da alle zwei Jahre der Vorstand neu gewählt wird, standen in dieser Versammlung auch Neuwahlen an.


Die Neuwahl des Vorstandes.

Der Vorstandssprecher gibt bekannt, dass er ab März den Vorstand verlassen wird.
Die Vertreterin des Vorstandssprechers tritt schon jetzt nicht mehr zur Wahl an.
Die restlichen Vostandsmitglieder können wiedergewählt werden.

Das Ergebnis der Neuwahlen:
Die Position des Vorstandssprecher-Vertreters konnte neu besetzt werden; alle übrigen Mitglieder des Vorstandes wurden wiedergewählt, womit der Vorstand vollstädig ist.

Unter "Über uns / Der Vorstand" erfahren Sie die Mitglieder des Vorstandes und ihre Aufgaben.

Da niemand für den voraussichtlich im März scheidenden Vorstandssprecher gefunden wurde, wird im März eine außerordentliche Mitgliederversammlung erforderlich sein.


Die Berichte in Stichworten - Zeitraum: 26.10.2017 bis 11.10.2018

● 13 Vorstands- und Planungstreffen samt Protokollen sorgten für den planungsmäßigen Ablauf der TQT-Vorhaben.

● Von sechs geplanten Matineen mussten zwei wegen Krankheit des Referenten abgesagt werden. Insgesamt fanden im Berichtszeitraum fünf Matineen und zwei Politische Gebete statt.

● Umfangreiche Werbung über allgemeine Pressemitteilung, TV, Website, E-Mail-Service (ca 400 Teilnehmer) und Flyer.

● Ab Oktober 2018 wurde die Matinee-Eintrittsgebühr von 6€ auf 7€ angehoben

● Um die inhaltliche Unabhängigkeit zu bewahren wird betont, dass das TQT finanziell - aber auch organisatorisch - völlig unabhängig bleibt.

● Der Finzanbericht weist auch in diesem Berichtsjahr ein geringfügig gewachsenes, positives Ergebnis aus.

● Die Mitgliederzahl stieg im Berichtszeitraum um sechs Mitglieder

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Die außerordentliche Mitgliederversammlung am 21. März 2019

Diese Mitgliederversammlung wurde erforderlich, weil der Vorstandssprecher von seiner Aufgabe zurücktritt.

Der scheidende Vorstandssprecher wird entlastet.

Ein Vereinsmitglied erklärt sich bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Die anschließende Wahl fällt einstimmig aus.

Über den nun wieder vollständig besetzten Vorstand gibt der Abschnitt "Über uns / Der Vorstand" Auskunft.



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19 Jahre TQT, davon seit 13 Jahren TQT e.V.

Im Jahr 2000 hatte der Religionslehrer und Priester Hermann Münzel die Idee, eine "Arbeitsgemeinschaft Theologisches Quartett" zu gründen. Dazu schrieb er am 17.07.2000 insgesamt 18 Menschen an mit der Bitte, in dieser Arbeitsgemeinschaft mitzuwirken. Drei der sechs heutigen Vorstandsmitglieder sind seit der ersten Stunde dabei.

Im Jahr 2000 fand die erste Matinee mit dem französischen Bischof von Partenia, Jacques Gaillot nach dem Muster eines Quartetts statt: Nach dem Vortrag diskutieren zunächst die Referentin/der Referent und drei weitere "Fachleute" an einem Podium über das Thema. Anschließend werden die Zuhörerinnen und Zuhörer in das Gespräch einbezogen.

Als im Jahr 2006 der Gründer Hermann Münzel starb, führten die Freunde das TQT als Erbe weiter und gründeten den Verein "Theologisches Quartett Trier e.V.", der nun schon seit über 13 Jahren sechs gut besuchte Sonntagsmatineen pro Jahr anbietet.

Wegen der starken Beteiligung der Zuhörerinnen und Zuhörer an den Diskussionen wurde inzwischen auf die vorangestellte Podiumsdiskussion verzichtet.

Das TQT besteht seit seiner Gründung nun 19 Jahre und als Verein schon 13 Jahre. In dieser Zeit wurden jedes Jahr sechs oder sieben Matineen organisiert; insgesamt sind im Archiv 99 Matineen registriert. Das Archiv weist alle Matineen seit 23. 09. 2001 nach, und seit November 2006 werden im Archiv auch die Vortragskurzfassungen oder auch Manuskripte aufbewahrt, die Sie dort nachlesen können.



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Nachhaltige Entwicklung - ...

Ethisches Postulat und politische Strategie
Matinee vom 17.03.2019

Anmerkung des Webmasters: Der Originaltext des Autors musste bezüglich der graphischen Gestanltung mit Rücksicht auf die gegebenen Möglichkeiten leicht geändert werden, ohne aber die Aussage zu verändern

Referent und Autor: Dr. Albert Statz

(Dies ist die erweiterte Fassung der im mündlichen Vortrag erläuterten Notizen)

Gliederung

1. Was ist nachhaltiger Konsum?
2. Einleitung: Die Ausgangssituation - Gefahr der Selbst-Zerstörung unserer Lebensgrundlagen und wachsende politische Sensibilität für ein „gutes Leben“
3. Grundlagen des Nachhaltigkeitsverständnisses
4. Ethischer und nachhaltiger Konsum
5. Die Grenzen der individuellen Verantwortung überwinden
6. Suffizienz – die Lehre vom „rechten Maß“
7. Staatliche Suffizienzpolitik
8. Sich den Konsumzwängen entziehen: Mode und Lebensstil
9. Nachhaltigkeitspolitik auf kommunaler Ebene
10.Alternativen vor Ort auf den Wegbringen: Transition Town-Initiative
11. Nachhaltiger Konsum und Engagement vor Ort – Hebel für eine grundlegende „Transformation“?
12. Lesehinweise

1. Was ist nachhaltiger Konsum?

● „Nachhaltige Lebensstile umfassen den Kauf der „richtigen Produkte“, einen „anderen“ Konsum und den bewussten Nicht-Konsum. Unsere Konsummuster sind dann nachhaltig, wenn wir nachfolgenden Generationen die Chance geben, ihren Lebensstil frei zu wählen.“
Rat für nachhaltige Entwicklung: Der Nachhaltige Warenkorb. Ein Ratgeber, üb. Auflage Berlin 2015, S. 5.

● Es gibt eine Flut von Öko- und Nachhaltigkeitsratgebern, insbesondere im oekom-Verlag München (s. Lesehinweise): „Besser leben ohne Plastik „, „…ohne Auto“, „Einfach Öko“, „Einfach Anziehend“ und viele mehr; Verbraucherschutz-Sendungen im Fernsehen

>> Präzisierung der Themenstellung: Möglichkeiten und Grenzen nachhaltigen Konsums und einer Veränderung der Lebensweise „von unten“ - was ist daran „politisch“ und welche Rolle kann „der Staat“ spielen?



2. Grundlagen des Nachhaltigkeitsverständnisses

● Multiple Krisen: Klima, Ressourcen, Energie, biologische Vielfalt etc. …
… und die politischen Grundlagen für ihre Bewältigung: Zukunftsorientierung - umfassender Politikansatz- Transformationsstrategie und Akteure

● Prinzipien und Ziele; „Befriedigung Bedürfnisse/gutes Leben“ und Verantwortung für künftige Generationen“ - intra- und intergenerationelle Gerechtigkeit



3. Die Ausgangssituation - Gefahr der Selbstzerstörung unserer Lebensgrundlagen und wachsende politische Sensibilität für ein „gutes Leben“

● Wachstum als Triebkraft: Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen und Unterwerfung der gesamten Lebensweise

~ Wachstum ist nicht gleich Wohlfahrt
~ Planetare Grenzen und globale Ungerechtigkeit
~ Individualisierung, Entsolidarisierung und Entpolitisierung
~ „Imperiale Lebensweise“ (Brand/Wissen)

● Papst Benedikt XIV

~ „Eine Moral, die die Sachkenntnis der Wirtschaftsgesetze zu überspringen zu können meint, ist nicht Moral; sondern Moralismus, also das Gegenteil von Moral“.
~ Sachkenntnis Wirtschaft wird mit der herrschenden Wirtschaftsordnung gleichgesetzt
~ Die abstrakte Entgegensetzung von Wirtschaft und Moral ignoriert die Debatte um eine „ökosoziale“ Marktwirtschaft

● Papst Franziskus und die Encyklika „laudato si‘“„

~ Macht euch die Erde untertan“ und „Bewahrung der Schöpfung“
~ Kritik an Industrialismus, Kapitalismus und Konsumorientierung
~ Forderung nach einer grundlegenden „Umkehr“
~ Gemeinsamkeiten der Religionen und interreligiöser Dialog

● Bedürfnis nach einem „Guten Leben“ und Verantwortung für künftige Generationen

● Umweltbewusstseins-Studien:

~ Wachsendes Problembewusstsein „ethischer und nachhaltiger Konsum“
~ Ansatzpunkte: Kinder, Gesundheit, Ernährung; Klima, Stadtentwicklung, biologische Vielfalt, Ausbeutung in der „Einen Welt“
~ Differenz zwischen Einsicht und Handeln, zwischen ethisch-politischen Anspruch und persönlichen Interessen

>> „Eigentlich bin ich ganz anders, ich komm nur viel zu selten dazu“ (Udo Lindenberg, nach Ödon von Horvath)



4. Ethischer und nachhaltiger Konsum


● Ethik als Maßstab für das persönliche Leben

~ Kategorischer Imperativ der Nachhaltigkeit: „Handle so, dass zukünftige Generationen die gleichen Möglichkeiten haben, ihre Bedürfnisse zu befriedigen und ein gutes Leben zu führen“
~ Selbstbegrenzung: angesichts einer drohenden globalen Selbstzerstörung hat das „menschenwürdige Überleben“ ethische Priorität
~ Empathie und Gerechtigkeit
~ Freiheit und Verantwortung
~ Menschenrechte als globaler normativer Rahmen

● Sozialethik und politische Verantwortung

~ Ethik als persönliche Motivation, Bewertung von Interessen und Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen
~ Verantwortung des Individuums in der Gesellschaft
~ Bedürfnisse, Lebensqualität, Lebensstil, Verzicht
~ Ethische Prinzipien begründen und legitimieren Politik und konkretisieren sich in politischen Zielen

● Individuelle, gesellschaftliche und politische Verantwortung; Rolle des Staates:

Wer hat welche und wie begründete Verantwortung wem gegenüber wofür? Wer kann dieser Verantwortung gerecht werden und wer schiebt sie auf jemand Anderen ab? Welche Verteilung der Verantwortung ist angemessen und „gerecht“?

>> „Verantwortung heißt im Wesentlichen: wissen, dass man ein Beispiel setzt, dass Andere folgen werden; in dieser Weise ändert man die Welt“ (Hannah Arendt)



5. Die Grenzen der individuellen Verantwortung überwinden

● Überforderungen des Individuums

~ Komplexe Probleme, kontroverse Analysen, Zielkonflikte
~ Fehlendes Wissen über die Ursachen und sozial-ökologischen Auswirkungen des Handelns
~ Nachhaltiger Konsum: Schafft die Nachfrage das Angebot?
~ Entlastung durch gesellschaftliche Regeln, Institutionen und gesetzliche Vorgaben

● Gegenstrategie: Gesellschaftliche „Selbstermächtigung“

~ Zivilgesellschaft als Ort der Erfahrung von „Selbstwirksamkeit“ und Solidarität
~ Verbraucherschutz: Überwindung von Wissens- und Bewertungsproblemen
~ Produktsiegel: Entscheidungshilfe oder Etikettenschwindel?
~ Bildung für nachhaltige Entwicklung und Aufklärung

~ Experimentelle Handlungsmöglichkeiten und Lernprozesse vor Ort
-- Erste Schritte als Auslöser
-- Soziale Räume schaffen, sich gegenseitig stützen, motivieren, voneinander lernen
-- Solidarität heißt nicht nur Hilfe und Unterstützung, sondern auch/vor allem Erfahrung von gemeinsamem politischen Handeln

● Persönliche Vergewisserung

~ Checklisten, nachhaltiger Warenkorb
~ Ökologischer Fußabdruck
~ Individueller CO2-Fußabdruck

● Möglichkeiten und Grenzen konkreter Einzelschritte: Beitrag zur „Weltrettung“, begrenzte Wirkung oder bloße Symbolpolitik?

● Notwendig ist ein gesellschaftlicher und politischer Rahmen
„Ökoroutine verbindet den starken Staat mit dem Engagement an der Basis (Kopatz)

>> „Es gibt kein richtiges Einkaufen im falschen Wirtschaftssystem“ (Kathrin Hartmann: Die grüne Lüge. Weltrettung als profitables Geschäftsmodell)
oder
„Nachhaltiger Konsum ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, der einen Lernprozess und eine politische Dynamik ermöglicht.“



6. Suffizienz – die Lehre vom „rechten Maß“

● Veränderung des Lebensstils und politische Suffizienzstrategien

~ Drei Formen nachhaltiger Politik: Effizienz, Konsistenz, Suffizienz
~ Die Grenzen von Effizienz und Konsistenz
~ Suffizienz als normative Grundorientierung

● Die vier E’s: Orientierung und Maßstab für eine Kultur des „guten Lebens“ (Wolfgang Sachs, nach Schneidewind/Zahrnt)

~ Zeit -> Entschleunigung
langsamer und zuverlässiger
Alltag – Langlebigkeit –Arbeits- und Lebenszeitpolitik
slow food, slow travel, programmierter Verschleiß, Garantiezeiten/Wartung, zeitautonomes Leben
~ Raum -> Entflechtung
näher und übersichtlicher, dezentral
statt globaler Arbeitsteilung regionale Wertschöpfung (Lebensmittel, Energie), Unternehmens-Entflechtung,
~ Besitz -> Entrümpelung
Orientierung am Nutzen, weniger ist mehr
Nicht-Kauf, Reparaturkultur, geplanter Verschleiß,
Verbraucherschutz, Selbstorganisation
mieten, mitnutzen, gebrauchte Produkte, Wegwerfprodukte, Recyklen:
Sperrmüll, Bauteilbörse, ebay, Pfand, Langlebigkeit
~ Markt -> Entkommerzialisierung: dem Markt entzogen und selbst gemacht
share economy: teilen und tauschen, öffentliche Bücherschränke,
Teilhabe an Gemeingütern (commons)
Nachbarschaftshilfe, Eigenarbeit, Eigenversorgung

>> „Lebensstilpolitik“: Wir brauchen eine „Lebensstilpolitik“, die persönliches Verhalten unterstützt und erleichtert und Engagement und politische Interventionen miteinander verbindet



7. Staatliche Suffizienzpolitik

● Staat setzt den Rahmen für individuelles Handeln

~ „Öko-soziale Marktwirtschaft“
~ Gesetzliche Vorgaben und Infrastrukturpolitik
~ Mit Steuern steuern
~ Verbraucherschutzpolitik

● Staat als Vorbild, Vorreiter und Kommunikator

~ Leitbild „nachhaltige Entwicklung“ für staatliche Politik; Nachhaltigkeitsstrategien
~ Öffentliche Einrichtungen als Konsumenten: nachhaltige Beschaffung
~ Nachhaltigkeitsprüfungen für Gesetze, Pläne und Programme
~ Partizipationsprozesse ermöglichen, unterstützen und ernst nehmen

● Auf dem Weg zur Öko-Diktatur?

~ Neoliberalismus: „privat geht vor Staat“
~ Partikularinteressen und Gemeinwohlorientierung
~ Stärkung gesellschaftlicher Initiativen
~ Demokratie und Partizipation als Voraussetzungen von Nachhaltigkeit

>> „Ökoroutine“ (Kopatz): „Damit wir tun, was wir für richtig halten“
>> „Damit gutes Leben einfacher wird“ (Schneidewind/Zahrnt)



vergrößern: ins Bild klicken



8. Sich den Konsumzwängen entziehen: Mode und Lebensstil

● Umfassendes Verständnis von „nachhaltiger“ Mode: mehr als Bio-Baumwolle und Fairer Handel

● Nachhaltige Produktion und Ausbeutung des globalen Südens

~ Internationalisierte Produktion von Kleidung und ihre ökologischen und sozialen Folgen
~ Bedeutung und Grenzen des „fair trade“
~ Defizite staatlicher Regulierung: nationale Regulierung und internationale Vereinbarungen
~ Zurück zur heimischen Produktion – national und regional?

● Nachhaltige Produkte: „Wegwerfmode“

~ Geplanter Verschleiß
~ Reparieren (Unfähigkeit Produkt), Kenntnisse („Frag deine Oma)
~ Ressourcenverschwendung und Entsorgung

● Mode als nachhaltige Lebensweise?

~ „Demonstrativer Konsum“ oder Selbstbeschränkung
~ Schnelllebigkeit der Mode
~ Kaufzwang und Verkaufsberatung
~ Vielseitige Nutzung und Flexibilität
~ „Second hand“ („Kleiderkreisel) und „selber machen“?



9. Nachhaltigkeitspolitik auf kommunaler Ebene

● Kommunen als „Ort“: Zivilgesellschaft und Staat

~ Vielfalt der politischen Akteure und gesellschaftliche Bündnisse
~ Konkrete Erfahrung und Lösung von Problemen
~ Kommunalverwaltungen als Adressat
~ Möglichkeiten direkter Partizipation,

● Erfahrungen

~ Lokal Agenda21-Initiativen und mangelnde Resonanz in der Kommune
~ Nachhaltige Stadtpolitik im Rahmen von Nachhaltigkeitsstrategien
~ Klimakrise: eigene politische Perspektive vor Ort entwickeln

>> Schlussfolgerung: „selber machen“ und in die Stadt hineinwirken



10. Alternativen vor Ort auf den Wegbringen: Transition Town-Initiative

● Transition-Town-Initiativen: „Einfach.jetzt.machen“ (Rob Hopkins)

~ „Stadt im Wandel“
~ Nationale und internationale Netzwerkstrukturen, ausgehend von Großbritannien und Klimaschutz
~~ Selbstermächtigung im Kleinen
~~ „Transition Design“ als offener Lernprozess
~~ Hopkins: Katalysator, Geschichtenerzähler, Botschafter
~~ Ziel: Selbstwirksamkeit stärken, politische Dynamik auslösen
~~ Beispiel Eberswalde „wandelBar“: Vernetzung bestehender Nachhaltigkeits-Initiativen, Verbände und Stadt, Hochschule

● Konkrete Aktivitäten in Eberswalde

● Probleme und Grenzen des Ansatzes „Einfach. Jetzt. Machen“

~~ Erfahrungen der LA21-Initiativen: fehlende Unterstützung durch die Politik und Kontinuität des Engagements
~~ Initiative ergreifen – aber wie Kontinuität und politische Dynamik herstellen?
~~ Selbstorganisation: Verharren im „klein-klein“?
~~ Örtliche Rahmenbedingungen und Andocken an Kommunalpolitik
~~ Widerspruch globale Probleme und lokale Lösungen – Kommune als „effektiver Handlungsraum“?

>> Wie wird aus lokalen Initiativen eine übergreifende politische Strategie?


11. Nachhaltiger Konsum und Engagement vor Ort – Hebel für eine grundlegende „Transformation“?

● Gesellschaftskritik und individuelle Handlungsmöglichkeiten

● „Symbolpolitik“ und reale Veränderungen

● Politik der Nachhaltigkeit als Transformationsstrategie

● „Transformationsbewegung“ von unten

~~ Eigene Praxis als „Angebot“ zur Zusammenarbeit mit der lokalen Politik
~~ Forderung nach staatlicher Unterstützung
~~ Eigeninitiativen zur demokratischen Einflussnahme (z.B. Lobbyismus, politischer Druck, Volksabstimmungen)

● Forderungen an die Politik

~~ Erfahrungen und Selbsttätigkeit aufgreifen und öffentlich unterstützen
~~ Gesellschaftliche Initiativen ermöglichen, fördern, absichern
~~ Selbstverpflichtungen: mit gutem Beispiel vorangehen
~~ Planungen und Finanzierungen an Nachhaltigkeit ausrichten
~~ (Ordnungs)rechtliche Möglichkeiten ausschöpfen
~~ Rechtlich-politische Initiativen ergreifen und verbindlich machen (Rahmensetzung)

>> Eine umfassende gesellschaftliche und wirtschaftliche Transformation zu einer nachhaltigen Entwicklung ist weder planbar noch erwächst sie spontan aus nachhaltigem Handeln. Sie kann sich nur aus einem politischen Lernprozess heraus entwickeln.
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Lesehinweise

Belz, Frank-Martin; Georg Karg; Dieter Witt (Hg.): Nachhaltiger Konsum und Verbraucherpolitik im 21. Jahrhundert, Marburg: Metropolis 2007

Brand, Ulrich; Markus Wissen: Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus, München: oekom 2017

Brodde, Kirsten; Alf-Tobias Zahn: Einfach anziehend. Der Guide für alle, die Wegwerfmode satt haben, München: oekom 2018

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit: Website, Bereich Nachhaltiger Konsum (https://www.bmu.de/themen/wirtschaft-produkte-ressourcen-tourismus/produkte-und-konsum/nachhaltiger-konsum/ )

Ekardt, Felix: Wir können uns ändern. Gesellschaftlicher Wandel jenseits von Kapitalismuskritik und Revolution, München: oekom 2017

Hartmann, Kathrin: Die grüne Lüge. Weltrettung als profitables Geschäftsmodell, München: Blessing 2018

dies.: Weltrettung im Supermarkt. Wie ethischer Konsum ein unethisches System stützt, Zeitschrift-Luxemburg, Mai 2018 (https://www.zeitschrift-luxemburg.de/weltrettung-im-supermarkt-wie-ethischer-konsum-ein-unethisches-system-stuetzt/

Hopkins, Rob: Einfach.Jetzt.Machen, München: oekom 2913

Kopatz, Michael: Ökoroutine. Damit wir tun, was wir für richtig halten, München: oekom 2016

Rat für Nachhaltige Entwicklung: Der Nachhaltige Warenkorb. Einfach besser einkaufen. Ein Ratgeber, 5., komplett überarbeitete Auflage April 2015 (https://www.nachhaltiger-warenkorb.de/

Schneidewind, Uwe; Angelika Zahrnt: Damit gutes Leben einfacher wird. Perspektiven einer Suffizienzpolitik, München: oekom 2013

Sommer, Bernd; Harald Welzer: Transformationsdesign. Wege in eine zukunftsfähige Moderne, München: oekom 2017

Statz, Albert: Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung, April 2015 (https://www.boell-brandenburg.de/de/2015/04/13/nachhaltigkeit-buchstabiert-verantwortung )

Stengel, Oliver: Suffizienz. Die Konsumgesellschaft in der ökologischen Krise, München: oekom 2011

Umweltbundesamt: Website, Bereich Nachhaltiger Konsum (https://www.umweltbundesamt.de/tags/nachhaltiger-konsum )



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